Microsoft sichert 12-monatige Gnadenfrist

Microsoft hat in seinem Kampf gegen das US-Justizministerium eine unschätzbare Atempause von 12 Monaten erreicht das Bundesberufungsgericht, anstatt direkt zum Obersten Gerichtshof zu gehen.

Das DOJ und die US-Staaten verklagten Microsoft und argumentierten, dass das Unternehmen illegale Geschäftspraktiken zur Verdrängung des Wettbewerbs verfolgt und sein Desktop-Betriebssystem-Monopol genutzt habe in andere Märkte.

Der Richter, der den Fall leitete - Richter Thomas Penfield Jackson - entschied im Juni zugunsten des Falles der US-Regierung und ordnete an, Microsoft in zwei Unternehmen aufzuteilen - ein Betriebssystemgeschäft und eine Anwendungsoperation. Er verhängte auch eine Reihe von Verhaltensbeschränkungen für den Software-Riese.

Später im Juni sandte Richter Jackson die Berufung von Microsoft direkt an den Obersten Gerichtshof, was, wenn es gescheitert wäre, zu einer raschen Trennung der Firma hätte führen können. Jacksons Entscheidung gegen den Softwarehersteller ist bis zu einer Entscheidung über die Berufung von Microsoft ausgesetzt.

Gestern jedoch stimmten die Richter des Obersten Gerichtshofs mit 8 zu 1 dafür, die Berufung des Softwareriesen zuerst an das Bundesberufungsgericht zu senden.

In der Vergangenheit hat das Berufungsgremium Microsoft gegenüber eher Sympathie bewiesen als der Prozessrichter.

Laut Don Young, einem Analyst bei PaineWebber, sind viele der Richter, die die Remonstrationen des Softwareriesen hören sollen, "stark unterstützend" von Microsoft, während "Keine von ihnen unterstützt Richter Jackson."

Microsoft wird seinen geplanten Briefing-Zeitplan bis zum 2. Oktober beim Bundesberufungsgericht einreichen.

Das US-Justizministerium (DOJ), das das Kartellrecht eingebracht hat Der Fall gegen Microsoft zusammen mit 19 US-Bundesstaaten wird bis zum 5. Oktober mit einem eigenen kurzen Zeitplan beantwortet werden, wobei am 10. Oktober eine weitere Runde von Antworten zu erwarten ist.

Der zusätzliche Spielraum für Microsoft wird auch bedeuten Der Fall wird unter der Regierung von Präsident Clinton nicht abgeschlossen werden.

Sollte der Gouverneur von Texas, George W. Bush, die bevorstehende Präsidentschaftswahl gewinnen, glauben viele, dass Microsoft unbeschadet davonkommen könnte, da die Republikaner Skepsis gegenüber einer geplanten Auflösung des Unternehmens geäußert haben >